Die Metro

In der russischen Hauptstadt fahren täglich rund 10 Millionen Menschen mit der Metro, gerade in der Rush Hour herrscht in den Waggons ein dichtes Gedränge. In diesen Stoßzeiten fährt rund alle 60 bis 90 Sekunden eine Bahn, ansonsten alle zwei bis drei Minuten, sie erreicht eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 40 km/h.



Man kann von Glück sprechen, dass es in Moskau ein solch großes Streckennetz der Metro gibt, denn ansonsten würde im Berufsverkehr das gesamte Stadtzentrum lahmgelegt werden. Das Streckennetz der Moskauer Metro hat eine Gesamtlänge von 276 Kilometern, momentan sind mehr als 4.000 Waggons im Einsatz. Es gibt insgesamt 170 Stationen, doch die Moskauer Metro wird noch weiter ausgebaut. Die Schienen verlaufen bis zu 80 Metern tief unter der Erde, doch 22 Haltestellen befinden sich auch über der Erde.

Schon im 19. Jahrhundert wollte man in Moskau ein Metro-Streckennetz bauen, und sich dabei am Londoner Vorbild orientieren, doch damals fehlte schlichtweg das Geld dafür, und auch die Zaren waren damals wenig von der Idee angetan. Erst unter Stalin wurden die Pläne vorangetrieben, im Jahr 1935 wurden dann die ersten Streckenabschnitte für den Verkehr freigegeben. Während des Zweiten Weltkriegs wurden viele Stationen kurzerhand zu Schutzbunkern oder Lazaretts umfunktioniert.

Bis zum Tod von Stalin hieß die U-Bahn in Moskau noch Kaganowitsch-Metro, anschließend wurde sich in Lenin-Metro umbenannt. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Metro immer weiter ausgebaut, doch in den 80er Jahren ging das Geld dafür aus. Gerade nach dem Auseinanderfallen der Sowjetunion konnte der Ausbau nicht weiter vorangetrieben werden.

Erst seit einigen Jahren ist man wieder mit der Ausdehnung des Steckennetzes beschäftigt, doch auch bis heute sind längst nicht an das Netz angebunden. Damit man mit weniger Geld die vorhandenen Pläne umsetzen kann, baut man nun auch viele Strecken überirdisch, und unterirdisch setzt man künftig auf die so genannte Mini-Metro.